Die beispielhafte Integration von Khadiga

Die Gemeinde Doren im Bregenzerwald zeigt es vor

Die Integration einer zehnköpfigen Flüchtlingsfamilie aus Syrien funktioniert hier sehr gut, nicht zuletzt dank des großartigen Engagements von Pfarre, Schule, Gemeinde und der Bevölkerung.

Khadiga aus Syrien mit Schwester Shirin an der Talenteschule Doren Khadiga (dritte von Rechts), 13 Jahre, aus Syrien | In der Talenteschule Doren (Foto: Caritas)

Shirin Shekh Rashid ist 15, ihre Schwester Khadiga 13 Jahre alt. Seit acht Monaten leben sie im Bregenzerwald, zuerst in Sulzberg, zwischenzeitlich in Doren. „Es ist so schön hier, die Menschen sind sehr, sehr nett“, erzählen die beiden, die binnen weniger Monate schon gut Deutsch gelernt haben. Wenn sie erzählen, dass sie hier auch schon Freundinnen gefunden haben, strahlen die beiden Mädchen übers ganze Gesicht.

"Ich hatte gerade Geburtstag und habe eine Feier organisiert."

"Dabei hat mir meine Kochlehrerin geholfen, einen Kuchen zu backen – nach einem österreichischen Rezept", erzählt Shirin Shekh Rashid ein Beispiel. Die Shekh Rashid´s sind eine Großfamilie: Shirin und Khadiga haben sechs Geschwister, alle besuchen eine Spielgruppe, den Kindergarten oder eine Schule im Bregenzerwald. In Doren haben sie sich von Anfang an sehr wohl gefühlt.

„Es war vieles hier, das wir von Syrien nicht gekannt haben – etwa der Schnee oder Straßenampeln“, erzählen sie ein Beispiel. Dass seine Kinder die Sprache erlernen und später auch eine Ausbildung machen, ist auch für die Eltern sehr wichtig, erzählt Vater Mahmud.

Gute Wegbegleiter
In Doren findet die Familie sehr gute WegbegleiterInnen. Eveline Kelner-Fuchs ist eine von ihnen: Sie ist Lehrerin an der Talenteschule Doren. „Als die beiden Mädchen zu uns an die Schule kamen, war das schon eine Herausforderung. Ohne Deutschkenntnisse hatten sie keinen Zugang zum regulären Unterricht. Ich habe mir ein Wörterbuch "arabisch – deutsch" besorgt, um die wichtigsten Dinge kommunizieren zu können“, erzählt sie von den Anfängen.

„Die Schülerinnen waren aber unglaublich positiv, fleißig und willig, deshalb sind die Fortschritte so groß.“ Unterstützung erhielt der Lehrkörper auch durch Schuldirektor Arno Eugster, der mit viel Hartnäckigkeit ein zusätzliches Stundenkontingent für die intensive Sprachförderung erkämpfte. Ganz wichtig ist es ihm auch, dass die Eltern mit eingebunden sind. „Integration findet dabei nicht nur in der Schule sondern auch über die Freizeitgestaltung statt.“

Einen wesentlichen Beitrag, dass Shirin und Khadiga gut Deutsch lernten, leisteten aber auch die Mitschülerinnen. „Anfangs haben wir mit Händen und Füßen geredet oder mit Hilfe von Handys die Wörter übersetzt“, erzählen Naemi, Laura, Emilia, Anna-Lena und Stella. „Die beiden sind eine große Bereicherung für unsere Schule. Es ist interessant zu hören, wie Shirin in Syrien gelebt hat. Außerdem ist sie ganz einfach sehr nett.“ Nur wenn sie im Pausenhof „breiten“ Wälder Dialekt sprechen, müssen sie sich ab und zu bemühen, ihre Sprache wieder ein wenig „einzudeutschen“, damit ihre syrischen Mitschülerinnen sie auch verstehen können.

Schauplatzwechsel von der Schule zum ehemaligen Kaplanhaus in Doren, wo Familie Shekh Rashid wohnt. Silvia Flatz schaut auf einen Sprung vorbei. Gemeinsam mit Rosmarie Baldauf unterstützt sie die Familie dort, wo sie Hilfe braucht. „Das kann der Kontakt zu Behörden sein oder wenn etwas im Haushalt kaputt geht.“ In erster Linie möchten die beiden freiwilligen Helferinnen für die Kinder da sein. „Sie sollen die bestmöglichen Chancen haben, um hier in Österreich heimisch zu werden“, sind sich alle, die hinter Familie Shekh Rashid stehen, einig.

Quelle: Caritas | Aussendung Juli 2015

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